Bärlauch.

Bärlauch.

Bärlauch (Allium ursinum), eines unserer bekanntesten heimischen Wildkräuter, wird auch als Wilder Knoblauch, Waldknoblauch, Wurmlauch oder Hexenzwiebel bezeichnet. Er gehört zur Familie der Amaryllisgewächse und ist somit verwandt mit dem Knoblauch, dem Schnittlauch, dem Lauch und unserer Speisezwiebel.   
Diese ausdauernde, mehrjährige Pflanze liebt feuchte, nährstoffreiche Böden und bedeckt nur für kurze Zeit im Frühjahr (März-Mai) teppichartig große Waldflächen. Man spricht von „Bärlauchplätzen“. Seine Verbreitung erfolgt durch die Teilung der Zwiebeln sowie die Verstreuung der Samen. Die ganze Pflanze verströmt ein intensives Knoblaucharoma und alle Teile schmecken scharf, würzig und knoblauchartig. Nach der Samenreife verwelkt die Pflanze sehr schnell. So sind im Juni die „Bärlauchplätze“ wieder leer, als wäre nichts gewesen.
Aufgrund der Beliebtheit wird der Bärlauch heute auch konventionell angepflanzt und sehr viel in Super- als auch auf Wochenmärkten angeboten. Je nach Region sind ihm traditionelle Feste, oft nach altem Brauchtum, gewidmet.

Pflanzenteile und ihre Verwendung.

Bärlauch ist eine schmackhafte, nährstoffreiche Wildpflanze, die seit langer Zeit als Gemüse-, Würz- und Heilpflanze eingesetzt wird. Meist erntet man nur die Blätter, aber alle Teile sind essbar, neben den Blättern, Stielen und Blüten auch die Samen und Wurzeln.

Blätter
Diese Teile der Pflanze können ab März-Mai gesammelt werden. 
Aus der weißen Zwiebel wachsen sehr zeitig im Frühjahr bis zu ca. 30 cm lange, länglich-ovale, leuchtend grüne Blätter mit langen Stielen. Ihre Blattoberseite ist glänzend, die Unterseite matt und am Anfang sind ihre Blattränder nach hinten gerollt. Zum Teil stoßen sie einzeln aus der Erde, wachsen meist aber in kleinen Büscheln.
Gepflückt werden immer die einzelnen Blätter, nicht das ganze Büschel.
Sehr lecker sind sie roh als Pesto, in Dips, Butter, Salaten, Smoothies. Gekocht ist der Geschmack nicht mehr ganz so intensiv. Sie eignen sich zu pikanten Kuchen, Füllungen z.B. Nudeln, Risotto, Suppen, Nudelsaucen, Gemüsegerichten und vielem mehr.

Knospen und Blüten
Die Blütenstände stehen April-Mai auf einem langen, dreieckigen Stiel. 
Zuerst sieht man die weißen Knospen, die sehr gut in Salzlake, Essig oder Öl eingelegt werden können. Auch als essbare Dekoration machen sie was her.
Öffnet sich ihre Hülle, so entfalten sich kugelförmig Dolden mit weißen sternförmigen Blüten. Sie sind eine leckere Dekoration auf unterschiedlichsten Speisen.

Samen
Die im Mai/Juni gesammelten frischen Samen können überall da eingesetzt werden, wo der Knoblauchgeschmack erwünscht ist. Die reifen getrockneten Samen sind ein schmackhaftes, scharfes Trockengewürz.

Wurzeln
Nach dem Verwelken der oberirdischen Pflanzenteile und wenn sich die Kraft der Pflanze in die Zwiebel zurückgezogen hat, gräbt man sie von Juli- Februar aus. 
Sie können eingelegt oder mit ihrem scharfen knoblauchartigen Geschmack wie Knoblauchzehen oder Zwiebeln verwendet werden. Man sollte sorgsam mit ihnen umgehen, um den Bärlauch- Bestand nicht zu gefährden.


Die Heilpflanze Bärlauch im Wald
Die Heilpflanze Bärlauch im Wald

Inhaltsstoffe und Wirkung als Heilpflanze.

Der Bärlauch ist ein altes Heilkraut und steht in seiner Wirkung dem Knoblauch in Nichts nach. Bereits in der Antike und im Mittelalter wurden die Zwiebeln als auch die Blätter verwendet. So setzte ihn Hildegard von Bingen bei Verdauungsproblemen und zur Blutreinigung ein.
Er ist reich an Mineralstoffen und Spurenelementen (Kalium, Magnesium, Mangan, Eisen), Vitamin C, Schleimstoffen, ätherische Ölen, Senfölglykosiden und enthält wie die Zwiebel in bestimmten Pflanzenzellen die schwefelhaltige Aminosäure Alliin, aus der beim Beschädigen dieser Zellen mit Hilfe des Enzyms Alliinase das bekannte Allicin entsteht, das mit für seinen Geruch verantwortlich ist.

So werden ihm folgende Wirkungen zugeschrieben:

  • appetitanregend
  • stoffwechselfördernd
  • entschlackend
  • harntreibend
  • entgiftend
  • blutreinigend
  • antimikrobiell
  • entzündungshemmend
  • schleimlösend
  • durchblutungsfördernd
  • krampflösend

Und so findet er unter anderem traditionell Anwendung bei:

  • Entgiftungs- und Entschlackungskuren im Frühjahr
  • Erschöpfungszuständen (Frühjahrsmüdigkeit)
  • Gallen- und Verdauungsproblemen
  • Magen- und Darmproblemen
  • Darmparasiten(Würmern)
  • zur Darmsanierung
  • zur Senkung des Blutdrucks und des Cholesterinspiegels.  

Wichtiger Hinweis

Beim Bärlauch besteht Verwechslungsgefahr mit zwei giftigen Pflanzen. die für uns tödliche Herbstzeitlose (Colchicum autumnale) und dem Maiglöckchen (Convallaria majalis). Das Maiglöckchen entwickelt sich etwas später im Jahr. Die mattgrünen härteren Blätter entwickeln sich meist zu zweit an einem dünnen Stiel aus einer Wurzel, keiner Zwiebel. Die Herbstzeitlose unterscheidet sich durch dunklere fast ledrige Blätter, die trichterförmig als Bund aus einer Zwiebel im Boden wachsen. Beide haben nicht für den Bärlauch typischen Knoblauchgeruch.

Wir wünschen euch viel Spaß beim Sammeln und bitte denkt immer dran:
Nur so viel Sammeln, wie ihr selber wirklich benötigt!
Eure tobenden Mikroben Gerlinde & Ricarda!