Gewöhnlicher Giersch.

Aegopodium podagraria.

Gewöhnlicher Giersch.

Diese mehrjährige Staude, auch als Bodenholunder, Geißfuß, Dreiblatt, Podagrakraut, Zipperleinskraut bezeichnet, gehört zur Familie der Doldenblütler (Apiaceae) wie Petersilie, Dill, Sellerie, Möhre. Er kündigt das Frühjahr an und wächst von März bis September in Gruppen auf nährstoffreichen Böden von Laubwäldern, Parkanlagen, unter Hecken und Gebüsch, an Wegränder und zur Verzweiflung mancher Gärtner auch in ihrem Garten. Ihn aus diesem zu entfernen ist vergebene Liebesmüh, denn er vermehrt sich nicht nur über seine Samen, sondern auch über seine meterlangen Wurzelausläufer, von denen sich jedes noch so kleine Reststück zu einer neuen Pflanze entwickelt. Diese unbändige Lebenskraft macht sie zu einer unserer vitalsten Wildpflanzen. Wir haben uns mit ihm im Garten angefreundet und nutzen seine kulinarischen Qualitäten und Nährstoffe, frei nach dem Motto: „Man kann ihn nicht ausrotten, nur sinnvoll nutzen.“

Pflanzenteile und ihre Verwendung.

Giersch ist eine schmackhafte, nährstoffreiche Wildpflanze und ein traditionelles Heilkraut. In der Küche wird Giersch gerne als Gemüse- und Gewürzpflanze eingesetzt. Neben den Blättern, Stielen und Blüten finden auch die Samen Verwendung.

Blätter und Stiele
Die Blätter werden mitsamt dem Blattstiel von März bis in den Herbst gepflückt.  
Bevor sich die weißen Doldenblüten zeigen, erkennt man den Giersch an den dreieckigen Blattstielen und den dreiteiligen Blättern. Die einzelnen Blattteile haben gezähnte Ränder und bilden eine Blattform, die an den Hufabdruck einer Geiß (Ziege) erinnert. Daher auch der Name „Aegopodium“, griechisch: aigos = Ziege, podion = Füßchen = Ziegenfuß. Ihr Geschmack ähnelt dem der Petersilie. 
Die jungen, noch zarten Blätter bereichern Salate, sie und auch die älteren, härteren Blätter Pestos, Dips, Smoothies, Füllungen, Suppen (Gründonnerstagsuppe) und werden gerne zu Gemüse (Spinatersatz) verarbeiten. Die Garzeiten der älteren Blätter ist etwas länger. Auch in erfrischenden Limonaden, in der Zweitfermentation von Wasserkefir und Kombucha oder gar fermentiert wie Sauerkraut entfaltet der Giersch sein Aroma.

Blüten
Meist ab Mai können sie als weiße Doldenblüten roh in Salaten und Gemüsen oder gar gebacken in einer Teighülle (wie Holunder- und Akazienblüten) genossen werden.

Samen
Nach der Blütezeit reifen sie heran und die ersten sind schon ab Juni reif. Andere später im Jahr. Ihre Form erinnert an Kümmel. Sie können frisch sowie getrocknet als etwas scharfes Gewürz verwendet werden.


Gewöhnlicher Giersch wächst als Wildkraut in der Natur
Gewöhnlicher Giersch wächst als Wildkraut in der Natur

Inhaltsstoffe und Wirkung als Heilpflanze.

Die Bezeichnungen Podagrakraut, Gichtkraut und Zipperleinskraut weisen auf eine Anwendung als Heilpflanze hin. Der Name „podagraria“ stammt aus dem Griechischen :“podagra“ und  bedeutet “Gicht“. Über Jahrhunderte wurde er als traditionelles Mittel gegen Gicht und Rheuma eingesetzt und dafür in Klostergärten angebaut. Auch Hildegard von Bingen wies auf die Kraft dieser Pflanze hin.
Er enthält ätherische Öle und Cumarine (durch beide Inhaltsstoffe erhält er den typischen Duft); sekundäre Pflanzenstoffe wie die Flavonoide und Chlorophyll; Mineralstoffe und Spurenelemente wie Mangan, Zink, Kupfer, Eisen, Kalzium, Magnesium und viel Kalium sowie sehr viel Vitamin C und A als auch pflanzliches Eiweiß.

Durch die Inhaltsstoffe werden ihm folgende Wirkungen zugeschrieben:

  • harntreibend
  • harnsäurelosend
  • entwässernd
  • entschlackend
  • entgiftend
  • verdauungsfördernd
  • entzündungshemmend
  • kräftigend

Und so findet er vor allem volksmedizinisch und in der Homöopathie Anwendung bei:

  • Entschlackungs- und Entgiftungskuren im Frühjahr (Frühjahrskur),
  • rheumatischen Beschwerden
  • Gicht
  • Erkältungen
  • Äußerlich werden frisch zerriebene Blätter auf Insektenstiche, Verbrennungen (Sonnenbrand) und entzündliche Stellen aufgelegt.

Wir wünschen euch viel Spaß beim Sammeln und bitte denkt immer dran:
Nur so viel Sammeln, wie ihr selber wirklich benötigt!
Eure tobenden Mikroben Gerlinde & Ricarda!