Gewöhnlicher Gundermann.

Glechoma hedeacea

Gewöhnlicher Gundermann.

Dieses mehrjährige, ausdauernde,kleine Wildkraut, auch bekannt unter den Namen Gundelrebe, Wilde Petersilie und Soldatenpetersilie gehört wie Taubnessel, Wilder Dost, Minze, Rosmarin und Salbei zur Familie der Lippenblütler (Lamiaceae). Ab März wächst er als einer der ersten Blüher auf nährstoffreichen Wiesen, Weiden, an Wald- und Wegrändern, Zäunen und in unseren Gärten, bildet dabei lange, oberirdische Ausläufer, an deren Verzweigungen sich immer wieder neue Wurzeln bilden und kann wie Efeu ganze Flächen bedecken. Dadurch erhielt er auch den Namen Erdefeu und auf Efeu weist auch die Bezeichnung hedeacea im Namen hin, denn hedera = Efeu.  Eine alte Tradition ist das Winden der Ausläufer zu Kränzen für die Walpurgisnacht. Berührt man die Pflanze, verströmt sie einen stark würzigen, charakteristischen Duft. Seit langer Zeit wird er nicht nur als Würz- sondern auch als Heilpflanze geschätzt, z.B. bei den alten Germanen. Im Mittelalter beschrieb Hildegard von Bingen seine Anwendung zur Wundheilung, bei Ohrenerkrankungen und Erschöpfungszustände. Seinen Namen und die Anwendung verdankt dieser lilablühende Lippenblütler wohl der heilenden Wirkung bei eitrigen Wunden und Abszessen. „gunt“ kommt aus dem Althochdeutschen und bedeutet „Eiter“ oder „Beule“. Vielen ist der Gundermann als Soldatenpetersilie auf Grund dieser Wirkung, seines Vitamin C- Gehaltes und des Geschmacks bekannt – ein Heilkraut von der Wiese in Kriegszeiten.

Pflanzenteile und ihre Verwendung.

Der Gundermann ist eine schmackhafte, nährstoffreiche Wildpflanze und ein traditionelles Heilkraut. In der Küche wird er gerne als Gewürz – und Dekorationspflanze eingesetzt. Er hat ein typisches, kräftiges Aroma ( würzig, leicht bitter, an Kräuter wie Minze, Salbei aus seiner Familie erinnernd), das schnell dominieren kann. Daher sollte er vorsichtig dosiert werden. 
Je nach Jahreszeit finden unterschiedliche Pflanzenbestandteile Verwendung:

Blätter und Triebspitzen
Man pflückt sie ab März und eigentlich solange er wächst.
Sehr zeitig im Frühjahr erscheinen die herz-nierenförmigen Blätter, deren gezähnter Rand an eine Häkelborte erinnert. Sie sind meist saftig grün, manchmal etwas rötlich und leicht glänzend. Das oberste jüngste Blattpaar steht zusammen und gleicht einem geöffneten Maul. Im Schatten werden Gundermannblätter größer.
Die jungen Blätter und Triebspitzen können roh als würzige Erfrischung beim Wandern, in einer erfrischenden Limonade, einem Tee oder nach der Zweitfermentation in einem Wasserkefir und Kombucha, evtl. zusammen mit Giersch, genossen werden. Sie bereichern allein oder mit anderen Wildkräutern Salate, Pestos, Dips, Frischkäse, Smoothies, Eier- und Kartoffelspeisen, Risotto, Suppen (Gründonnerstagssuppe) und werden auch gerne in Süßspeisen eingesetzt. Eine besondere Süßigkeit ist das „after eight für Arme“. Hierfür werden etwas größere Gundermannblätter in flüssige Schokolade getaucht und dann trocknen gelassen – eine leckere Knabberei oder Deko auf Kuchen, Torten oder Süßspeisen. 

Blüten
Von April bis Ende Juni findet man sie in den Blattachseln.
Die aromatischen, süßlichen, violette Blüten sind nicht nur sehr dekorativ, sondern schmecken auch sehr fein. In verschiedensten Speisen von Salaten über Frischkäsebällchen bis zu Gemüsen und in Würzölen können sie Verwendung finden.


Ein belibetes Wildkraut der Gundermann
Ein belibetes Wildkraut der Gundermann
Das Wildkraut Gundermann

Inhaltsstoffe und Wirkung als Heilpflanze.

Aufgrund seiner Inhaltsstoffe, wird er als traditionelle Heilpflanze sehr geschätzt. 
Er enthält unter anderem ätherisches Öl, Gerbstoffe, Bitterstoffe, Mineralstoffen wie Kalium, viel Vitamin C, Alkaloide (Hederacin) und sekundäre Pflanzenstoffe wie Phenolsäuren, Flavonoide und Saponine.

Durch die Inhaltsstoffe werden ihm folgende Wirkungen zugeschrieben:

  • entzündungshemmend
  • antioxidativ
  • antibakteriell
  • adstringierend
  • blutstillend
  • wundheilend
  • schleimlösend
  • Auswurf fördernd
  • Leber und Galle anregend
  • appetitanregend
  • verdauungsfördernd
  • entschlackend
  • harntreibend
  • entgiftend

Und so findet sie traditionell Anwendung zum Beispiel bei:

  • der Anregung des Stoffwechsels
  • leichten Magen-Darmbeschwerden
  • Harnwegsproblemen
  • Gicht
  • allem, wo Schleim und Eiter im Spiel ist wie Entzündungen im Mund Rachenraum, Zahnentzündungen, Bronchialerkrankungen, Lungenerkrankungen,
  • äußerlich bei schlecht heilenden und eiternden Wunden, Abzessen, Fisteln, Akne.

Wir wünschen euch viel Spaß beim Sammeln und bitte denkt immer dran:
Nur so viel Sammeln, wie ihr selber wirklich benötigt!
Eure tobenden Mikroben Gerlinde & Ricarda!