Japanischer Staudenknöterich.

Eine feine Alternative zum Rhabarber.

Japanischer Staudenknöterich.

Japanknöterich, Kamtschatka-Knöterich oder auch japanischer Rhabarber sind weitere Namen für diese Staude aus der Familie der Knöterichgewächse (Polygonaceae). Seine Heimat ist Asien (Japan, China, Korea), wo er als Gemüse- und Heilpflanze verwendet wird. Anfang des 19. Jahrhunderts als Zier- und Futterpflanze und zur Böschungsbefestigung eingeführt, breitete er sich nach und nach in ganz Europa aus und gehört mittlerweile zu den invasiven Neophyten.
Denn vital, widerstandsfähig und auch aggressiv wächst Japanknöterich mit einem unterirdischen winterfesten Rhizomgeflecht als auch über Sprossenteile flächendeckend und verdrängt dabei schnell heimische Pflanzen. Man kann ihm quasi beim Wachsen zusehen, denn sobald er Frühjahr einmal aus dem Boden sprießt, wachsen die rot gefleckten und ca. 3 cm dicken Stängel bis zu 30 cm am Tag und sind in lichten Wäldern, an Weg- und Waldrändern, entlang von Flussufern, auf Schuttplätzen zu finden. Schnell entstehen daraus buschartige bis zu 3 Meter hohe Pflanzen, an die bis zu ca. 20 cm große, ovale Blättern wachsen. Ab August entwickeln sich die ersten Blütenständen aus kleinen weißen Einzelblüten (Bienenweide).

Vielerorts versucht man ihn loszuwerden. Aber es ist vergebene Liebesmühe, denn sobald ein Stück der bis zu 2 Meter tiefen Wurzel oder der oberirdischen Pflanzenteile mit Erde in Berührung kommt, beginnt die Bildung einer neuen Pflanze. So ist es nicht empfehlenswert diese Neophyte in den Garten zusetzen. Wächst er dort aber oder sind Standorte bekannt, dann könnt ihr es so machen wie die Japaner oder bereits einige Insider unter uns: Ihn als köstliches Nahrungsmittel verwenden-  roh, gekocht oder gebacken.
Übrigens, die von Knoten zu Knoten hohlen Stängel eignen sich auch als dekorative Wasserbehälter (wobei an einer Seite ein Knoten bleiben muss) und bleiben, da sie schnell trocknen, stabil.

Wie der Rhabarber enthält er Oxalsäure, die Kalzium bindet und bei übermäßigem Verzehr (ins besonders zu viel roh) die Beschaffenheit der Knochen und Zähne beeinflussen und zu Blasen- und Nierensteinen führen kann. Je älter die Stiele und Blätter umso mehr, da der Gehalt dieser Säure steigt. Ein altes Hausmittel gegen diesen schädlichen Effekt sind Milch oder Sahne, denn das in ihnen enthaltene Kalzium neutralisiert. Der Anteil der Oxalsäure kann durch kochen oder auch durch die Fermentation stark reduziert werden.

Da der Knöterich Schwermetalle und Giftstoffe bindet, sollte er nicht auf belasteten Böden gesammelt werden!!!

Pflanzenteile und ihre Verwendung.

Die jungen Sprossen sind pur eine erfrischende und zarte Knabberei mit einem säuerlichen Geschmack – feiner als Rhabarber. Sie passen zu herzhaften und süßen Gerichten. So lassen sich zubereiten wie Spargel oder roh in feine Ringe geschnitten bereichern sie Salaten, Dips, etc.  Da sie zwischen den Knoten hohl sind, sind die dicken Sprossen ideal zum Füllen mit süßen oder pikanten Massen und lassen sich auch gut überbacken. Wie Rhabarber als Marmelade, Kompott oder im Kuchen verwendet – einfach lecker.


Japanischer Staudenknöterich

Inhaltsstoffe und WirkunG.

Japanknöterich enthält Vitamine (A, C), Mineralstoffe und Spurenelemente (Kalium, Magnesium, Eisen, Mangan, Zink), Gerbstoffe, Ballaststoffe, Polyphenole (Rutin, Resveratrol), Oxalsäure und Fruchtsäuren.

Ihm werden in der TCM antimikrobielle, entzündungshemmende, harntreibende, entgiftende, blutreinigend, durchblutungsfördernde Eigenschaften zugesprochen.

Wichtiger Hinweis

Beim Bärlauch besteht Verwechslungsgefahr mit zwei giftigen Pflanzen. die für uns tödliche Herbstzeitlose (Colchicum autumnale) und dem Maiglöckchen (Convallaria majalis). Das Maiglöckchen entwickelt sich etwas später im Jahr. Die mattgrünen härteren Blätter entwickeln sich meist zu zweit an einem dünnen Stiel aus einer Wurzel, keiner Zwiebel. Die Herbstzeitlose unterscheidet sich durch dunklere fast ledrige Blätter, die trichterförmig als Bund aus einer Zwiebel im Boden wachsen. Beide haben nicht für den Bärlauch typischen Knoblauchgeruch.

Wir wünschen euch viel Spaß beim Sammeln und bitte denkt immer dran:
Nur so viel Sammeln, wie ihr selber wirklich benötigt!
Eure tobenden Mikroben Gerlinde & Ricarda!

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