Pflanzliche Bitterstoffe.

Bitterer Geschmack fürs Wohlbefinden.

Pflanzliche Bitterstoffe.

Die allgemeine Definition lautet: Bitterstoffe sind Stoffe, die bitter schmecken.

Bitterstoffe dienen den Pflanzen als Schutz- und Abwehrstoffe. Für den Sammler kann der bittere Geschmack, der beim Biss in eine Pflanze entsteht, ein Warnsignal sein und ihn so vor giftigen Stoffen warnen und schützen – ein Schutzmechanismus aus uralten Zeiten.

In der TCM, der ayurvedischen Medizin und der Naturheilkunde spielen Bitterstoffe seit langer Zeit eine Rolle und in den Kräuterbüchern des griechischen Arztes Hippokrates und der Hildegard von Bingen waren sie ein fester Bestandteil. 
Trotz des Wissens über ihre vielfältigen, positiven Wirkungen wurden Bitterstoffe aus vielen  Gemüse-, Obst- und Getreidesorten zugunsten eines milderen Geschmacks herausgezüchtet. Denn durch den Zuckeranteil in vielen Lebensmitteln wurden wir immer mehr an den süßen Geschmack gewöhnt und dem bitteren gegenüber immer abgeneigter. So nehmen wir weniger Bitterstoffe über die normale Nahrung zu uns als noch vor Jahrzehnten. In den letzten Jahren erleben Bitterstoffe aufgrund ihrer positiven und gesundheitsfördernden Wirkung allerdings wieder ein „Comeback“ und erfreuen sich einer immer größer werdenden Beliebtheit in Form von Früchten, Gemüsen, Kultur- und Wildkräuter, Tees, Tropfen, Pulvermischungen und viel mehr. Sozusagen ein wiederentdeckter „Superstoff“, der bei vielen täglich eingenommen wird.

Bitterstoffe und ihre Wirkung

Zu den Bitterstoffen  gehören alle bitter schmeckenden Stoffe aus unterschiedlichen Stoffgruppen, unabhängig von ihrer chemischen Struktur z.B. Flavonoide, Glykoside, Terpene, Peptide, Aminosäuren, Alkaloide.
Beim Menschen befinden sich in den Geschmacksknospen der Zunge unter anderem Bitterstoffrezeptoren, mit deren Hilfe er den bitteren Geschmack wahrnehmen kann. Kommen die bitteren Substanzen mit diesen Rezeptoren in Kontakt, wird nicht nur unsere Speichelproduktion angeregt, sondern auch die Tätigkeit von Magen, Leber, Galle, Bauchspeicheldrüse und Darm.

Bitterstoffe

  • fördern die Bildung enzymreicher Verdauungssäfte, u.a. Speichel, Magensäure, Gallensäure.
  • fördern die Fettverdauung.
  • regen eine optimale Zersetzung, Verwertung und Verdauung der Nahrung an.
  • verkürzen somit die Verweildauer der Nahrung in unserem Körper.
  • helfen Gärprozesse und Blähungen sowie Verstopfung zu vermeiden.
  • unterstützen die Leber bei der Entgiftung. 
  • regulieren den Säure-Base-Haushalt.
  • unterstützen die Darmflora.
  • regulieren den Appetit.
  • stoppen Heißhunger auf Süßes und unterstützen so den Ausstieg aus der „Zuckersucht“.
  • helfen das Gewicht zu halten.
  • lindern Völlegefühl.
  • sind anregend, kräftigend, stärkend.
  • sind stimmungsaufhellend durch Entlastung unserer überlasteten  Leber. 
  • helfen bei Müdigkeit und Erschöpfung.

Vorkommen

Bitterstoffe sind enthalten in:

  • Gemüse: z.B. alle Kohlsorten (Weißkohl, Spitzkohl), Chicoree, Radicchio, Endivie, Rucola, Artischocken, Oliven
  • Obst: z.B. Zitrussorten (Grapefruit, Zitrone, Orange, Kumquat), Granatapfel
  • Gewürzen: z.B. Kümmel, Kreuzkümmel, Fenchel, Anis, Koriander, Kardamom, Kurkuma, Pfeffer, Ingwer, Zimt, Galgant
  • Kräutern: z.B. Dill, Oregano, Majoran, Thymian, Rosmarin, Liebstöckel, Estragon, Pfefferminze, Koriander, Wacholder
  • Wildkräutern: z.B. Engelwurz, Schafgarbe, Wermut, Enzian, Tausendgüldenkraut, Löwenzahn, Mariendistel, Wegwarte, Hopfen, Beifuß, Baldrian
  • Grünem und schwarzem Tee (abhängig von Sorte und Verarbeitung)
  • Kaffee (unterschiedlich von Bohne zu Bohne und Röstung)

Fazit
Wer abwechslungsreich ist und dabei viele pflanzliche Nahrungsmittel und entsprechende Gewürze und Kräuter verwendet, bietet seinem Körper automatisch eine Vielzahl an Bitterstoffe an.

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