Blumenkohl-Kimchi.

Knallig orange und intensiv im Geschmack.

BLUMENKOHL IM KIMCHI.

Wir ihr sicher schon gemerkt habt, sind wir große Fans des koreanischen Nationalgerichts Kimchi und das nicht nur in der klassischen Variante mit Chinakohl, dem “Paechu-Kimchi”. So kommen zu den im Laufe der Jahre kreierten, immer wieder neue Variationen hinzu, je nachdem welches Gemüse uns in seiner Saison besonders anlacht. Dieses Mal ist es das Blumenkohl-Kimchi. Ein Kohl-Kimchi mit einem außergewöhnlich würzigem, kohligem, leicht süßlich-scharfem Geschmack und der typischen Säure. Dazu ist es auch noch lebendig durch die vielen kleinen Helferlein, den Mikroorganismen – eben probiotisch. So kann es uns mit einer Menge Nährstoffe und Mikroben versorgen und zugleich unsere Gesundheit unterstützen: das Immunsystem sowie den Stoffwechsel aktivieren und stärken, die Verdauung regulieren und die Fettverbrennung sowie die Entgiftung anregen.

Blumenkohl

Blumenkohl (Brassica oleracea var. botrytis), je nach Region auch als Blütenkohl, Traubenkohl oder Karfiol bezeichnet, ist ein Blütengemüse aus der Familie der Kreuzblütengewächse (Brassicaceae). Das was wir als weißen „Kopf“ verspeisen, sind die dicht zusammenstehenden, festfleischigen Blütensprossen mit den noch nicht voll entwickelten Blütenknospen. Wird der Kohl nicht geerntet, bilden sich gelbe Blüten und später Schoten mit den Samen. Bleiben während des Wachstum die Blütenstände von den Blättern umhüllt und kommen so nicht mit Licht in Berührung, findet keine Pflanzenfarbstoffbildung statt und der Blumenkohl bleibt weiß.
Diese Zuchtsorte des Gemüsekohls (Brassica oleracea) besteht als kalorienarmes Gemüse zu ca. 90% aus Wasser, enthält kaum Zucker und Fett und ist aufgrund seiner Nährstoffe ein heimisches Superfood. Neben Vitaminen der B-Gruppe sowie den Vitaminen A, C, E, K enthält er Mineralstoffe wie Magnesium und Kalium und jede Menge Ballaststoffe. Auch sekundäre Pflanzenstoffe wie die Senföle und die Polyphenole kann er vorweisen. Durch seine Inhaltsstoffe ist der Blumenkohl unter anderem entwässernd, entzündungshemmend, antimikrobiell. Er regt den Gallenfluss an, wirkt positiv auf den Verdauungstrakt und schützt unsere Nerven. Auf Grund seiner feinen Zellstruktur ist er leicht verdaulich und sehr gut als Schon- und Babykost geeignet.
Roh oder gekocht – er ist immer ein Genuss. Fermentiert ist er auch noch probiotisch mit jeder Menge gesunder Inhaltsstoffe.

Gochugaru

Hierbei handelt es sich um sonnengetrocknete, rote Chilischoten. Sie sind eine Spezialität aus Korea, mit einem ganz typischen, rauchigen, leicht süßen und scharfen Aroma. Für den typischen Kimchi-Geschmack sind sie nicht ersetzbar.

Wilde Fermente. Milchsäuregärung.

Der Fermentationsprozess verläuft in mehreren Phasen:

Zu Beginn der Fermentation sind vorwiegend aerobe Mikroorganismen, d.h. unterschiedliche Bakterienstämme, Hefen und Schimmelpilze aktiv. Verschiedene Prozesse wie der Abbau von noch vorhandenem Sauerstoff und die Verstoffwechselung von  Zucker zu Milchsäure, Alkohol, Essigsäure und CO2 sowie  die Entstehung von Aromastoffen laufen ab. Gleichzeitig wird das Wachstum der am Anfang in geringer Menge vorhandenen anaeroben Milchsäurebakterien durch die Temperatur, den Salzgehalt und die entstehenden anaeroben Bedingungen gefördert. Es entwickelt sich zudem Kohlensäure, was nach 1-2 Tagen am Blubbern im Glas sichtbar wird: Viele Bläschen steigen zwischen dem Gemüse auf und sind an der Oberfläche unterwegs. Zudem steht das CO2 auch als schützende Gasschicht im Glas über der Oberfläche des Fermentes. Damit hat die Konservierung begonnen. Mit steigendem Säuregehalt (abnehmendem pH-Wert) wird die CO2-Entwicklung und das Wachstum der säureempfindlichen Mikroorganismen eingestellt (nach etwa einer Woche bei 18-22° C Raumtemperatur) und andere säuretolerante Milchsäurebakterien übernehmen die Gärung bis zu ihrem Ende.

Grundlegendes Equipment für die Milchsäuregärung:

Mehr Empfehlungen und unsere Lieblingsprodukte findet ihr zudem hier: Equipment


Kimchi aus Blumenkohl
Kimchi aus Blumenkohl
Kimchi aus Blumenkohl

Rezept.

Blumenkohl-Kimchi.

ZUTATEN 

  • 1 kleiner Blumenkohl (ca. 1 kg)
  • 2 Frühlingszwiebeln
  • 4 EL Salz

ZUTATEN  REISMEHLPASTE

  • 2 EL Reismehl
  • 2 EL Wasser
  • 200 ml Wasser

ZUTATEN  WÜRZPASTE

  • 1-2 Knoblauchzehen (optional)
  • 20 g frischer Ingwer, geschält
  • ½ Apfel 
  • 150 g Rettich, geschält
  • 10-30 g Gochugaru (je nach gewünschter Schärfe)
  • 1 EL Fischsauce (optional)
  • 2 EL Sojasauce
  • 1 TL Zucker 

HERSTELLUNG

  • Den Blumenkohl in kleine Röschen zerteilen und den Strunk in kleine Stücke schneiden. 
  • Beides in eine Schüssel geben, mit dem Salz bestreuen und dieses leicht einmassieren. Mit Wasser auffüllen, so dass das Gemüse gerade bedeckt ist. Beschweren und 2 Stunden stehen lassen. 
  • Währenddessen  die Frühlingszwiebeln in feine Ringe schneiden und die Reismehlpaste herstellen:
    Das Mehl in einer Schüssel mit 2 EL Wasser zu einer glatten Paste verrühren und nach und nach 200 ml Wasser unterrühren. Die Masse in einem Topf unter ständigem Rühren zum Kochen bringen, bis sie zu einer Paste angedickt ist. Vom Herd nehmen und abkühlen lassen.
  • Dann die Zutaten für die Würzpaste mit der abgekühlten Mehlpaste in einer Küchenmaschine oder mit dem Pürierstab pürieren.
  • Den Blumenkohl unter fließendem Wasser abspülen und in einem Sieb abtropfen lassen. Die Abtropfflüssigkeit aufheben, falls der Ansatz nicht ganz mit Flüssigkeit bedeckt sein sollte.
  • Nun den Kohl mit den Frühlingszwiebeln in eine Schüssel geben und die Würzpaste untermischen, bis alle Gemüsestücke  von allen Seiten mit ihr bedeckt sind.
  • Diese Mischung bis ca. 3 cm unter den Rand in ein 1 Liter-Fermentationsglas einfüllen. Dabei immer wieder nachdrücken, um die Luftzwischenräume zu entfernen.
  • Anschließend mit einem Gewicht beschweren und nochmals „nach drücken. Der Ansatz muss komplett von der Lake bedeckt sein.
  • Nun das Gefäß verschließen. Verschlussmöglichkeiten: siehe Grundrezept | Wilde Fermente
  • Das Kimchi 2 Tage bei Raumtemperatur fermentieren lassen.
  • Danach für die weitere Fermentation an einem kühlen Ort oder im Kühlschrank aufbewahren. 

TIPPS

  • Dieses Kimchi sollte mindestens 2-3 Wochen fermentieren. Einige essen es dann, andere warten, bis sich noch mehr Säure entwickelt hat und echte Fans lassen es mehrere Wochen, sogar Monate, reifen. Probiert es immer mal wieder und findet den für euch richtigen Geschmack.
  • Gochugaru ist vor allem in Form von Chiliflocken in Asia-Läden erhältlich.
  • Wegen der Schärfe der Chiliflocken empfehlen wir euch mit Handschuhen zu arbeiten. 

Wir wünschen euch viel Spaß beim Ausprobieren und Genießen!
Eure tobenden Mikroben G & R!

Unsere Empfehlungen.

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Quellen:
K. Herrmann. Exotische Lebensmittel Inhaltsstoffe und Verwendung. Springer Verlag. S. 121 ff.

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